T Coronae Borealis: Der bevorstehende Ausbruch der wiederkehrenden Nova T CrB

Das Sternbild Nördliche Krone (Corona Borealis) beherbergt eines der spannendsten Objekte für Astronomen: T Coronae Borealis (T CrB). Im Gegensatz zu den meisten Novae, die nur einmalig während eines Menschenlebens aufleuchten, handelt es sich hier um eine wiederkehrende Nova. Mit einer Periode von etwa 80 Jahren steht das System nach den Ereignissen von 1866 und 1946 aktuell unmittelbar vor einem neuen Helligkeitsausbruch.

Das binäre System: Ein ungleiches Paar

T CrB ist kein einzelner Stern, sondern ein enges Doppelsternsystem, bestehend aus einem Roten Riesen und einem extrem dichten Weißen Zwerg. Diese beiden Objekte umkreisen einander in so geringem Abstand, dass ein kontinuierlicher Massentransfer stattfindet.

Der Rote Riese verliert Materie aus seinen äußeren Schichten, die sich in einer sogenannten Akkretionsscheibe um den Weißen Zwerg sammelt. Durch die enorme Gravitation des Weißen Zwergs wird dieses Material – primär Wasserstoff – verdichtet und aufgeheizt. Erreichen Druck und Temperatur auf der Oberfläche des Weißen Zwergs einen kritischen Schwellenwert, kommt es zu einem thermonuklearen Runaway. Diese gewaltige Explosion schleudert die angesammelte Materie ins All und lässt das System innerhalb weniger Stunden um das Tausendfache heller werden.

Historische Rückblicke: 1866 und 1946

Die Geschichte von T CrB ist gut dokumentiert. Bei beiden bekannten Ausbrüchen erreichte das System eine scheinbare Helligkeit von etwa 2,0 mag. Damit war T CrB mit bloßem Auge deutlich sichtbar und fast so hell wie Polaris, der Polarstern.

Ein charakteristisches Merkmal dieser Nova ist der extrem steile Helligkeitsanstieg gefolgt von einem schnellen Abfall. Nach dem ersten Maximum zeigt T Coronae Borealis (T CrB) oft ein sekundäres Maximum einige Monate später, was das System für die langfristige photometrische Überwachung besonders interessant macht.

Der aktuelle Status: Der „Pre-Eruption Dip“

Warum sind Astronomen weltweit gerade jetzt so fokussiert auf diesen Stern? Beobachtungen zeigen, dass T CrB vor dem Ausbruch von 1946 einen signifikanten Helligkeitsabfall (einen sogenannten „Dip“) durchlief. Ein identisches Verhalten wurde seit Anfang 2023 erneut dokumentiert. Dieser Rückgang der Ruhehelligkeit gilt als eines der zuverlässigsten Indizien dafür, dass der thermonukleare Prozess auf der Oberfläche kurz vor der Zündung steht.

Aktuell befindet sich T CrB noch in seiner Ruhephase bei etwa 10,0 mag und ist somit ein Objekt für Teleskope und die Astrofotografie. Sobald der Ausbruch erfolgt, wird er jedoch für einige Tage eines der hellsten Objekte am Frühlings- und Sommerhimmel sein.

Beobachtungshinweise

T CrB liegt im Sternbild Nördliche Krone, einem markanten Halbkreis aus Sternen zwischen dem Bärenhüter (Bootes) und Herkules.

  • Position (J2000): RA 15h 59m 30s, Dek +25° 55’ 13”
  • Ruhehelligkeit: ca. 10,0 mag
  • Erwartete Maximalhelligkeit: ca. 2,0 mag

[PLATZHALTER: LIVE-UPDATE BEI AUSBRUCH]

Dieser Abschnitt wird aktualisiert, sobald die Nova detektiert wurde.

Aktueller Status (Stand: 14. Februar 2026): Das System befindet sich weiterhin in der Pre-Eruption-Phase. Es liegen noch keine Meldungen über einen signifikanten Helligkeitsanstieg vor. Die photometrische Überwachung wird fortgesetzt.


Ausblick

T Coronae Borealis bietet die seltene Gelegenheit, eine Nova Explosion in Echtzeit mitzuerleben. Für die Wissenschaft ist dieser Ausbruch entscheidend, um die Dynamik des Massentransfers und die physikalischen Bedingungen auf Weißen Zwergen besser zu verstehen. Für Hobby-Astronomen ist es das vielleicht spektakulärste Ereignis des Jahrzehnts.